"Die" Südstadt gibt es eigentlich gar nicht. Denn kein anderer Stadtteil Nürnbergs ist so vielfältig und unterschiedlich. Großkonzern und Kleingartenkolonie, Kirchturm und Wohnblock, Existenzgründungszentrum und Altenheim, Kneipen und Kulturvereine, Schulen und Schlösser, Kaufhaus und Lädchen, Spielplatz und Biergarten, Imbissbude und Feinkostladen und vieles, vieles mehr. Alles da.
Brunnenfigur vom Nymphenbrunnen am Aufseßplatz
Es gibt nichts, was es
hier nicht gibt. Deshalb ist die Südstadt trotz aller Probleme reich an
Aktivitäten, an Erfahrungen, an Charakteren, an Zielen. An Leben.
Und wo so viel Leben ist, da gibt es auch immer viel zu entdecken.Da
muss man nicht ins Flugzeug steigen, um in zwei Wochen Urlaub neue
Erfahrungen zu sammeln, sondern einfach ein paar Straßen mit neugierigen
Augen gehen und schon tut sich eine sehenswerte Kulisse auf.
Das Hummelsteiner Schloss im Jahr 1945
Das ganze Jahr. Zunächst einmal gibt es in der Südstadt unzählige Details, für die es sich lohnt, zweimal hinzuschauen. Welche Tiere sind an der Fassade des "
Blauen Haus"
abgebildet? Stimmt die historische Uhr am Aufseßplatz? Hat der Obstladen schon heimische Kirschen?
Genauso spannend ist es, Vergleiche zu alten Zeiten zu ziehen. Manchmal
weiß man, was an selber Stelle früher war und ob es jetzt besser
ist oder nicht. Zum Beispiel das Philips-Werk an der Allersberger Straße,
aus dem das Nürbanum entstanden ist.
Das Hummelsteiner Schloss im Jahr 2009
Oder das Hummelsteiner
Schloss, das nach Kriegsbeschädigung und Vergessenheit jetzt gepflegt
und gediegen in einem Park steht, der für alle zugänglich ist und doch
nur von wenigen wahrgenommen wird.
Manchmal jedoch kann man die Vergangenheit nur vermuten. Warum sind die Ruhebänke bei der Christuskirche im Halbkreis angeordnet? Warum heißt die Dovestraße so? Doch nicht etwa der Kosmetik-Marke zu Ehren?! Wo ist der Mitarbeiter des asiatischen Lokals zur Welt gekommen und was hat ihn in die Südstadt geführt?
Verschwunden, aber nicht vergessen: der ehemalige Chorraum der Christuskirche
Vor allem aber sind ein offener Blick und ein offenes Herz völlig unabhängig von Sprache, Geschlecht, Alter oder Beschäftigung. Richten wir
unsere Augen also auch mal nach oben, nach unten, ja, auch einmal
hinter die Dinge. Das Bild, das entsteht, hat vielleicht Ecken und Kanten,
ist hier etwas schärfer und dort etwas verschwommen, eher bunt
als schwarz-weiß. Aber es ist authentisch. Es ist sehenswert. Und es
ist unser eigenes, einzigartiges Bild. So gesehen, gibt es die Südstadt
doch. (EH)
Auf dem Schuckertplatz spielend das Leben entdecken
Nicht in den Bergen, sondern in der Allersberger Straße steht dieses Haus
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