Sie nennen sich Wettbüros, Spielotheken, Vergnügungscenter oder
Entertainmentpaläste. Ihr gemeinsames Merkmal: Es werden immer
mehr, und dies insbesondere in der Südstadt. Jeder von uns
kennt Ladengeschäfte in seinem direkten Wohnumfeld, in denen
in der letzten Zeit eine solche gewerbliche Nutzung Einzug gehalten
hat. Inzwischen gibt es Straßenzüge in der Südstadt, wo diese
Vergnügungspaläste schon die Oberhand gegenüber allen anderen
Nutzungsformen gewonnen haben.
Natürlich erfüllen diese Angebote ein menschliches Bedürfnis. Und die Gewerbefreiheit ist ein hohes Gut, das nicht einfach beiseite geschoben werden kann. Doch wir wissen auch: Der Markt kann nicht alles regeln. Und jede Straße der Südstadt, deren Ladenleerstand durch ein solches weiteres Angebot von zweifelhaftem Ruf beendet wird, nimmt an einer Abwärtsspirale teil: Downgrading nennt dies der Fachmann.
Was tut Not? Die Stadt und deren Verwaltung können sich nicht weiterhin auf eine neutrale Position zurückziehen, sondern sollten dieser Entwicklung aktiver mit kreativen und vielleicht auch ungewöhnlichen Mitteln entgegentreten. Mit einer neuen Werbeanlagensatzung allein, allenfalls als Kosmetik für die Südstadt zu verstehen, lässt sich die wirtschaftliche Erhaltung oder gar Sanierung unseres Stadtteils nicht sicherstellen.
Auch bei Umsetzung der neuen Werbeanlagensatzung stiftet schließlich jede weitere Neueröffnung eines "Casinos" keinen qualitativen Mehrwert für das Stadtquartier. Und von den Gefahren einer Spielsucht, die Menschen existentiell ergreifen und ganze Familien in Mitleidenschaft ziehen können, ist hier noch gar nicht die Rede.
Die weiter wachsende Anzahl von Spielhallen und vergleichbarer Einrichtungen der Südstadt ist ein Thema, für das nach Meinung des Bürgervereins Nürnberg-Süd dringend politische Lösungen entwickelt werden müssen.
Der Vorstand des Bürgerverein Nürnberg-Süd
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