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Modell des Bauvorhabens. Foto: Architekturbüro Hagen.
Auf dem riesigen Grundstück an der Neubleiche steht zurzeit nur ein Baucontainer voller Pläne und Unterlagen, in dem Interessenten beraten werden. In eineinhalb Jahren soll dort ein Generationenhaus mit 34 Wohneinheiten und einer Kindertagesstätte des HSW Bayern bezogen werden.
"Das Interesse am Dauerwohnrecht und an unserer Wohnform ist groß"
, sagt Robert Wintermayr, einer der beiden Vorstände der Genossenschaft andersWOHNEN-2010 eG. "Allein heute haben wir 40 Interessentinnen und Interessenten beraten."
Das Dauerwohnrecht verbinde Vorteile des Wohneigentums mit der Stabilität und Sicherheit einer Genossenschaft. Besonders attraktiv vor allem für ältere Menschen sei auch die Unterstützung durch das Wohnmodell im Mehrgenerationenhaus.
Nachbarschaftshilfe kommt häufig in "gewachsenen" Hausgemeinschaften vor. Beim Neubezug ist sie eher selten. Das Modell von andersWOHNEN in der Südstadt von Nürnberg organisiert die Nachbarschaftshilfe systematisch. Die Neubauten der Genossenschaft sind nicht nur energetisch optimiert, sondern 100% barrierefrei. Idealerweise können Menschen bis Pflegestufe III in den eigenen vier Wänden bleiben.
V. l. n. r.: Silke Rehermann, Michael Niqué, Sabine Beck, Dagmar G. Wöhrl (MdB), Olga Dick, Andreas Schiffmann, Prof. Dr. Kathrin Möslein (Uni Erlangen)
Foto: Amoonic
Die Amoonic GmbH von Sabine Beck und Olga Dick ist mehr als nur ein interaktives Juweliergeschäft im World Wide Web. Auf www.amoonic.de können die Besucher das Basismodell eines gewünschten Schmuckstücks auswählen und nach eigenen Vorstellungen verändern und anpassen.
Ein CAD-Programm zeichnet das jeweilige Produkt und präsentiert es als Bild in fotorealistischer Darstellung.
Ist der Kunde mit dem Ergebnis zufrieden und bestätigt die Bestellung, veranlasst Amoonic den 3D-Druck eines Modells in Originalgröße. Daraus wird die Gussform für den Rohling gefertigt.
Die Fertigstellung des Produkts übernimmt in handwerklicher Tradition ein Goldschmied.
Für die Qualitätssicherung sorgt als Produkt-Manager Goldschmiedemeister Andreas Schiffmann.
Kaufhof-Gebäude Landgrabenstraße
Foto: Eberhard Schneider
Der Saal im Karl-Bröger-Zentrum war voll bei der Bürgerversammlung der SPD Steinbühl am 27.06.2011 unter dem Motto "Kaufhof am Aufseßplatz neu denken".
Die riesige Gewerbe-Immobilie inklusive kostenpflichtigem Parkhaus südlich der Landgrabenstraße ist Eigentum der Metro Group. Was deren Immobilienverwaltung für die Zeit nach der Schließung am 30.06.2012 plant, ist nicht bekannt. Manfred Wages von der Gewerkschaft ver.di hat Kontakt mit der Metro Group aufgenommen und um eine offizielle Äußerung gebeten.
1500 Quadratmeter sind allein vermietet an EDEKA Nordbayern-Sachsen-Thüringen, die dort den einzigen Vollsortimenter der Südstadt betreibt. Über die Zukunft des EDEKA-Markts und das Schicksal der 54 Angestellten werden Anfang Juli Gespräche der Gewerkschaft mit der Geschäftsleitung geführt. Die EDEKA sei für die Südstädter wichtiger als die Galeria Kaufhof, meinten einige.
Südstadt Nürnberg, Ecke Allersberger Straße/Wölckernstraße
Foto: Eberhard Schneider
"Privatinitiativen für's Einkaufsviertel" hieß der Vortrag, mit dem der Soziologe Frank Heinze aus Dortmund ein in Deutschland wenig verbreitetes Kooperationsmodell für die Wiederbelebung von guten Einkaufslagen vorstellte.
Abweichend von anderen Modellen der Stadtteilsanierung werden bei "das Geschäftsumfeld verbessernden Vierteln" die Hausbesitzer von Anfang in den Verbesserungsprozess einbezogen. Sie finanzieren ihn auch im wesentlichen, was durchaus im Eigeninteresse liegt. Niemand kann am Preisverfall seiner Immobilie interessiert sein.
Eine Besonderheit von BID ist, dass Schweigen Zustimmung bedeutet. Allerdings erfolgt im Vorfeld der Maßnahmen eine intensive Kommunikation durch Profis. Niemand wird übergangen. "Mit jedem Einzelnen muss gesprochen werden, meist mehrfach. Oft sind die ersten Gesprächspartner nicht die wirklichen Entscheider"
, so Frank Heinze.
V. l. n. r.: Wolfgang Vinzl, Wolfgang Baumann, Katja Hessel
Foto: Heinz Wraneschitz
Nürnbergs Baureferent Wolfgang Baumann und Hochbauamtschef Wolfgang Vinzl waren stolz wie Oscar, als ihnen Bayerns Wirtschafts-Staatssekretärin Katja Hessel am 28. Oktober im Maritim-Hotel die Urkunde überreichte. Denn immerhin wird der Preis auch schon mal "Bayerns Energie-Oscar" genannt.
In ihrer Laudatio stellte Hessel heraus, dass bei Mehrkosten gerade mal "im einstelligen Prozent-Bereich eine Verminderung der CO2-Freisetzung von etwa 75 Prozent gegenüber herkömmlichen Neubauten erreicht"
wurde. Die Staatssekretärin lobte die Stadt zudem, dass das kommunale Energiemanagement KEM "den Südpunkt messtechnisch begleitet, um Energieverbrauch, Raumluftqualität und Anlagenfunktion über mehrere Jahre festzustellen und für ähnliche Projekte auszuwerten."
Zukünftige Straßenbahnführung durch die Pillenreuther Straße
Bild: VAG
"Eine Linie ins Umland zu planen, ist relativ einfach. Die Verkehrsplanung im innerstädtischen Bereich ist jedoch immer ein Kompromiss. Man muss sich an einem Umfeld orientieren, das man kaum verändern kann. Die Führung einer Straßenbahnlinie über den Bahnhofsplatz und durch die Pillenreuther Straße war der beste der möglichen Kompromisse"
, sagt John Borchers, Leiter der VAG-Angebotsplanung.
Die Straßenbahnlinie 9 wird im Jahr 2011 verkürzt und fährt auf dem Bahnhofsplatz durch die Schleife. Ein Teil der Schleife (Bahnsteig C) wird barrierefrei ausgebaut. Die VAG hätte gerne auch Teile der Bahnsteige A und B barrierefrei gestaltet und Bahnsteig C gegenüber der Parkhauseinfahrt verbreitert, erhielt dafür aber keine Genehmigung. Die große Umgestaltung des Bahnhofsplatzes, wann immer sie kommen mag, muss abgewartet werden.
Der enge Bahnhofsplatz ist neben dem Plärrer der zweite zentrale Verteiler für Autoverkehr und Straßenbahn. "Der Betrieb von drei stark frequentierten Straßenbahnlinien muss so organisiert werden, dass die Schleife auch bei Verspätungen nicht zum Engpass wird, indem der eigentlich nachfolgende Zug den vorherigen blockiert"
, so Borchers. "Wir haben auch den Bau eines Überholgleises geprüft und wegen Platzmangels verworfen"
. Die Linie 5 wird also künftig nicht mehr in die Schleife fahren, sondern durch die Pillenreuther Straße weiter bis Worzeldorfer Straße.
Zudem erwähnt Borchers, dass allein durch die Linienverknüpfungen, die mit der Neubaustrecke möglich werden, zwei Züge eingespart werden. Das trägt zur Refinanzierung der Baukosten bei.
[Aktualisierung 2011: Baubeginn in der Pillenreuther Straße Nord ist am 28.02.2011. Die Umleitung des Straßenverkehrs läuft anders als 2010. Hier finden Sie den Plan als PDF (3,7 MB).]
Vor Messebeginn der STIL! 2009: Blick auf Messestände und Bühne im südpunkt.
Foto: Eberhard Schneider
Die zweite Lifestylemesse der Nürnberger Südstadt fand am 21. und 22. November 2009 ihren Platz in Saal, Foyer und Konferenzräumen des südpunkt. Die Vorbereitungen zur ersten Messe in den Humboldtsälen waren noch aus Mitteln des EU Ziel II Projekts bezuschusst worden. Nürnbergs Wirtschaftsreferent Dr. Roland Fleck freute sich bei der Eröffnung der Messe besonders darüber, dass die Veranstalter es im Jahr 2009 vollständig aus eigener Kraft geschafft haben.
Fünfzehn Handwerks-, Fachhandels- und Dienstleistungsbetriebe der Südstadt veranstalteten diese Messe gemeinsam. Mit Erfahrungen der ersten Messe von 2007 und mit vielen neuen Ideen organisierten sie neben ihrer eigenen Messe-Präsentation ein Rahmenprogramm aus Show, Kunst und Vorträgen.
Hat immer das Ohr an der richtigen Förder-Muschel: Nürnbergs Wirtschaftsreferent Dr. Roland Fleck
Foto: Heinz Wraneschitz bildtext.de
Preis für bisherige Südstadtentwicklung / Wechsel von Quartiermanagement auf Gebietsteam Südstadt soll sich nicht negativ auswirken
"Preis für Nürnberger Südstadtentwicklung" lautete kürzlich eine Presseinfo der hiesigen Stadtverwaltung. Den "Preis für ihre herausragende, integrierte Stadtentwicklung in der Südstadt" hatte Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee persönlich an die Delegation der Frankenmetropole überreicht. Die Angst von SüdstädterInnen, mit der Preisverleihung wäre das städtische Engagement für die Stadtteile Steinbühl oder Galgenhof abgepfiffen worden, nennt das zuständige "Amt für Wohnen und Stadterneuerung" völlig unbegründet.
Die Befürchtung, nun sei Schluss mit der Südstadtentwicklung, liegt nahe. Denn das letzte Aufschwungs-Jahrzehnt für das "Viertel mit den Armutsschluchten" (Zitat Sozialreferent Reiner Prölß) stand ganz im Regen der öffentlichen Unterstützung durch EU-Ziel-2-Gelder und Mittel aus dem Bund-Länder-Programm "Soziale Stadt". Doch der Nürnberger Wirtschafts- und Stadtentwicklungsreferent Dr. Roland Fleck beschwichtigt: "Die Auszeichnung sollte allen Beteiligten ein Ansporn sein, diesen Weg mit Elan weiterzugehen und den begonnenen Prozess der wirtschaftlichen und sozialen Erneuerung zum Wohle der Südstadt gemeinschaftlich fortzusetzen. Sie bestätigt, dass wir mit unseren Bemühungen der integrierten Südstadtentwicklung und referatsübergreifenden Zusammenarbeit den richtigen Weg eingeschlagen haben."
Kino Casablanca - Eingang bei Nacht
Foto: Heinz Wraneschitz
Aufbruchstimmung herrschte bei der Mitgliederversammlung des Vereins "Casa e.V. - Kunst und Kultur in der Südstadt" am 29. Juni. Der Verein mit aktuell 75 Mitgliedern ist Betreiber des Casablanca-Kinos und der Kneipe. Der Mietvertrag mit der Hauseigentümergemeinschaft in der Brosamer Straße 12 wurde am 15. Juni unterschrieben.
Für Anschub-Investitionen in Kino und Kneipe werden noch 50.000 Euro benötigt, die in knapp zwei Monaten aufgebracht werden müssen. Vorstand und Mitglieder sind zuversichtlich, die Mittel von privaten Spendern oder Darlehensgebern zu bekommen. Parallel gibt es Kontakte mit Stiftungen und Banken.
v. l. n. r. Oswald Greim, Dieter Maly, Rita Ensinger, Michael Weinhold, Gabriele Koszanowski
Foto: Eberhard Schneider
Pauschal über "die Südstadt" wollte Dieter Maly, Leiter des Sozialamtes, beim Südstadtgespräch am 27. Mai 2009 nicht sprechen. In der Südstadt zwischen Gibitzenhof und St. Peter wohnten 100.000 Menschen. Hummelstein und das "Nibelungenviertel" seien keine sozialen Brennpunkte. "Die Hälfte der Kunden des Sozialamtes in der Südstadt leben in Gibitzenhof, Steinbühl und Lichtenhof. Jeder vierte Mensch dort ist arm oder von Armut bedroht."
In der Gesamtstadt leben 70.000 bis 75.000 Menschen mit staatlichen Transferleistungen. Die "Armutspopulation" umfasst ein Achtel der Bürger, darunter jedes fünfte bis vierte Kind.
v. l. n. r. Ljubo Dabovic, Juan Cabrera, die Moderatorin Christine Schubert, Mukkader Ergün und Naciye Sahin. Foto: Eberhard Schneider
Die Feststellung klingt zunächst verblüffend: Die dritte Migranten-Generation ist weniger in Deutschland integriert als die erste und die zweite. Was sind die Ursachen? "Die Parabol-Antenne zu den türkischen Fernsehsendern ist sicher eine Ursache"
, meint Ljubo Dabovic. Mukkader Ergün, Geschäftsführerin von "SOS - Schule ohne Stress", berichtet: "Im Jahr 1969 waren wir Exoten. Wir Kinder hatten nur deutsche Spiel- und Schulkameraden, von denen wir die Sprache gelernt haben."
Ist eine funktionierende türkische oder russische Kolonie also ein Hindernis für die Integration? "Eine funktionierende Kolonie macht es natürlich bequemer, sich nicht zu integrieren"
, so Ergün.
Dagegen stellt Dabovic seine eigenen Erfahrungen: "Migranten brauchen die gegenseitige Unterstützung in einem fremden Umfeld. Wir haben 1970 einen jugoslawischen Verein gegründet. Aber der hat die Integration gezielt gefördert. Und wir haben uns engagiert in Gewerkschaft und Politik."
Die Leerstände füllen sich mit wenigen speziellen Nutzungen, hier Telefonladen
Foto: Heinz Wraneschitz bildtext.de
Stadtverwaltung hält detaillierte Untersuchung unter Verschluss / Quartiermanagement vor dem Aus / Förderung der Südstadt mit EU-Ziel-2-Geldern läuft aus / Gebietsteams sollen Quartiermanagement ersetzen
"Migrantenökonomie" nennt es Quartiermanager Stefan Boos, was er in der Nürnberger Südstadt zwischen Hauptbahnhof und Humboldtstraße immer öfter feststellt: Vor allem "Türkische Subsysteme, also Türken kaufen bei Türken" seien in Steinbühl oder Galgenhof weit verbreitet. Auch im Dienstleistungsbereich, beispielsweise bei Versicherungsagenturen in den Südstadt-Straßen werde immer öfter türkisch gesprochen, weiß der zurzeit von der Stadt bezahlte Erziehungswissenschaftler und Sozialmanager.
Boos arbeitet im Auftrag zweier Planungsbüros - Planwerk und Topos -, die von der Stadt seit einigen Jahren mit dem "Quartiermanagement Steinbühl und Galgenhof" beauftragt sind. Finanziert wird das Quartiermanagement über das Bund-Länder-Programm "Soziale Stadt"; natürlich trägt auch die Stadt Nürnberg einen gehörigen Finanzierungsanteil.
Casablanca-Eingang. Foto: Heinz Wraneschitz bildtext.de
Hinweis: Dieser Artikel behandelt den Stand vom 10. März 2009. Aktuelle Informationen finden Sie hier.
Am 31.03.2009 stellt Wolfram Weber den Betrieb des Südstadt-Kinos Casablanca ein. Das bedeutet noch nicht das endgültige Aus für das 1976 eröffnete Hinterhof-Kino mit Kultstatus: eine engagierte Interessengemeinschaft zur Rettung des Casablanca (IG Casa) trifft sich im März 2009 bereits zum 6. Mal. Alle, denen die Zukunft des Casablanca am Herzen liegt, finden ausführliche und aktuelle Informationen unter www.casa-nbg.de.
Transparent für das Chancenfestival in der Gustav-Adolf-Gedächtniskirche
Vier Wochen sind seit dem Chancenfestival vergangen, genug Zeit, um mit ein wenig Abstand ein erstes Resümee zu ziehen. Schon während des Festivals wurde klar, dass die Veranstaltung mit 300 - 400 teilnehmenden Jugendlichen wirklich gut besucht war.
Ein beachtliches Ergebnis, aber Frau Gruß vom Team Chancenfestival - Diakonin der Gemeinde Lichtenhof, die das Chancenfestival veranstaltet hat - ist am Tag des Festivals ganz bescheiden: "Wenn nur eine oder einer der Jugendlichen heute einen Praktikumsplatz bekommt, hat es sich schon gelohnt"
, sagt sie dem Südstadtportal. Mitte Dezember 2008 ist nun klar, dass bis jetzt schon zehn Praktikumsplätze vergeben worden sind. Da erst etwa 50% der Rückmeldebogen von beteiligten Firmen eingegangen sind, können es durchaus noch mehr werden.
Südpunkt Farbimpressionen
Foto: Heinz Wraneschitz bildtext.de
Südstadt-Bürgerinnen und -Bürger sind zum Eröffnungswochenende vom 9. bis 11. Januar 2009 eingeladen. Der neue Südpunkt sei "das neue Haus für Bildung und Kultur in der Südstadt Nürnberg", lautet die Selbstbeschreibung der Südpunkt-MacherInnen. Das hochmoderne Kommunikationszentrum in der Pillenreuther Straße 147 öffnet für die "ortsverbundenen Südstädter" - aber nicht nur für die - am 9. Januar 2009 erstmals seine Pforten.
Das Wochenende der Eröffnung vom 9. bis 11. Januar 2009 habe es in sich; davon könne sich jeder selbst überzeugen: "Wir zeigen einen Querschnitt durch unser gesamtes Programm"
, kündigt das Leitungsteam um Südpunkt-Koordinatorin Eva-Maria Singer an.
Vom Didgeridoo, dem australischen Blasinstrument mit dem dumpfen Klang, oder vom argentinischen Tango kann man sich verführen lassen. Ob Selbstverteidigung oder "Morphing für Kids" - das Entstellen fotografierter Gesichter also: Kinder finden viel Interessantes.
Foto: Lehrstuhl für Technische Thermodynamik der Uni Erlangen / Fuchs
"Einen Meilenstein für die Energie- und Verkehrstechnik-Kompetenz der Metropolregion"
nennt Nürnbergs Wirtschaftsreferent Dr. Roland Fleck das neue Prüfzentrum für Kraftstoffe der Zukunft der Uni Erlangen-Nürnberg.
Das Labor, mit 1,25 Millionen Euro von der EU und vom Freistaat Bayern gefördert, wertet besonders das etz Nürnberg auf: Hier, in den Räumen des Energietechnologiezentrum an der Humboldtstraße, auf dem Gelände des ehemaligen Siemens-Motorenwerks, hat der Lehrstuhl für Technische Thermodynamik (LTT) der Universität Erlangen-Nürnberg die Forschungsanlagen aufgebaut.
Das Labor sei dringend notwendig, meint neben den beiden LTT-Leitern Prof. Michael Wensing und Prof. Alfred Leipertz auch Wirtschaftsreferent Fleck: Alle drei erwarten, dass "aus Nürnberg zukünftig neue Erkenntnisse für sauberere und effizientere Motorengenerationen kommen werden!"
In Zeiten knapper werdender Energieressourcen und und eines notwendigen Umbaus der weltweiten Energieversorgung eines der wesentlichen Zukunftsthemen der Menschheit.
Foto: Inge Schorr
Am Samstagabend, auf der Suche nach einem einigermaßen ruhigen Platz habe ich sie gefunden, die zwei-in-einem Buddhas: im Bonsai-Garten, der sicher nicht repräsentativ ist für das Asia-Open-Air-Festival in der Südstadt. Ich war vor den Regenschauern unterwegs und das Gedränge und Geschiebe war hart an der Grenze des Erträglichen. So etwas wie der Geist Asiens (Spirit Asia) wehte am Südstadtpark und Aufseßplatz eher zurückhaltend. Umso heftiger wehten dafür die Gerüche des kulinarischen Angebots, das riesengroß war und das Festival ganz klar dominierte.
ETZ-Leiter Erich Maurer vor dem Gebäude an der Landgrabenstraße (neben ihm ein Savonius-Windrotor)
Foto: Heinz Wraneschitz
Über dem Eingang an der Landgrabenstraße 100 steht lapidar "ETZ Nürnberg". Doch wer hat sich beim Gang oder der Fahrt über den "Südstadt-Boulevard" noch nicht gefragt: Was ist eigentlich drin in dem roten Backsteinbau am westlichen Eck des früheren Siemens-Zählerwerks Nürnberg? Suedstadtportal.de lüftet das Geheimnis: Hinter dem Kürzel ETZ und der automatischen Eingangstür steckt Deutschlands erstes Energie-Technologisches Gründer- und Innovationszentrum.
Das Energietechnologie-Zentrum ETZ Nürnberg ist anders als "normale" Innovations-, Technologie- oder Gründerzentren. Seit 2001 gilt: Gerade hier "kennt man sich und spricht miteinander, entwickelt Ideen. Diese oft kleinen Gründerfirmen aus dem Energiebereich haben ein gemeinsames Feeling entwickelt"
, stimmen regionale Politiker und Firmenvertreter überein.

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Nach Workshops zu Bewerbungsthemen und der Lehrstellen- und Praktikumsbörse gab es ein Kulturprogramm von Jugendlichen für Jugendliche. Die Feier mit Musik und Tanz haben sie sich auf jeden Fall verdient - nach einem intensiven und anstrengenden Bewerbungstraining am Vor- und Nachmittag. In den Workshops wurde darüber informiert, was zu einer guten Bewerbung gehört: wie man sich optimal mit seiner Bewerbungsmappe präsentiert, was in Auswahlverfahren erwartet wird, welche Anforderungen an die Allgemeinbildung und an das persönliche Auftreten gestellt werden. Durch diese Vorbereitung gewappnet oder auch verunsichert, wandten sich die Jugendlichen mit ihren Fragen an die Vertreter von Ausbildungsbetrieben. Die kamen in der Mehrzahl aus Nürnberg, einige, wie Aldi und die Arvena Hotels, haben weitere Standorte.
Lewi
Foto: Inge Schorr
Die Ecke Wodanstraße/Parsifalstraße liegt in einem bürgerlichen und leicht behäbig wirkenden Viertel der Südstadt. Sie gehört seit fast sechs Jahren Zoe Hair und Bodyart. Haar und Körperkunst also. Das wird wohl ein Friseur sein - richtig! Und was mit Bodyart gemeint ist, wird einem schnell klar, wenn man Herrn Lewang sieht, den Geschäftsführer - leibhaftig oder auch auf dem Foto.
Ja, er ist seine eigene wandelnde Litfaßsäule, meint Lewi. Mit Bodyart ist Tätowieren gemeint, Piercinggibt es bei Zoe nicht. Im renovierten und neu gestalteten grünen Tätowier-Studio ist regelmäßig für jeweils etwa drei Wochen der Stamm-Tätowierer Stephan von CrazyMachines im Einsatz.
Horst Forster machts "seinen" Jungs nahe dem Nürnberger Fernsehturm vor.
Foto: Heinz Wraneschitz
Wer in Nürnbergs Südstadt ein Mietauto sucht, kommt an der Forster Autovermietung in der Seuffertstraße 7 nicht vorbei. Doch der seit Jahrzehnten ökologisch eingestellte Unternehmer Horst Forster denkt an mehr als an Transporter oder Kleinbusse: Er hat sich dem Trial-Motorradsport verschrieben. Dabei übt der Autovermieter dieses bereits recht exklusive Hobby auf eine noch etwas ausgefallenere Art aus: Horst Forsters Trial-Bikes fahren nicht mit stinkenden Benzin-Motoren, sondern mit umweltfreundlichem Elektroantrieb.
Südstadtforum Service und Soziales, Siebenkeesstraße 4, Ort der Pressekonferenz von Südstadt Aktiv e. V. am 25.04.08
Foto: Eberhard Schneider
Am 25.04.08 wurde mit dem Bieranstich von Wirtschaftsreferent Dr. Fleck das Maifest in der Südstadt eröffnet. Das Maifest hat den Charakter einer Südstadt-Kirchweih, was bereits 2007 sehr gut angekommen ist, zumal es hier keine "richtige" Kirchweih mehr gibt. Das Maifest fand im Jahr 2008 zum zweiten Mal statt.
Der Verein Südstadt AKTIV e. V., von der Interessengemeinschaft Nürnberger Südstadtfirmen 2002 gegründet, hatte zur Pressekonferenz im Südstadtforum Service und Soziales in der Siebenkeesstraße eingeladen, um auf das Maifest aufmerksam zu machen. Mindestens genauso interessant waren die weiteren Projekte, die dort präsentiert wurden und die fast alle von EU-Finanzierung profitieren.
(Dies ist ein Bericht über das Maifest 2008!)
v.l.: Tülün Uluköylü, Dr. Carola Burkert, Deriya Celebi-Back, Johanna Myllymäki-Neuhoff,
Cahit Turan
Foto: Eberhard Schneider
Die Südstadt hat einen Migrantenanteil von 28,8%, ist also einer der Schwerpunktstadtteile mit Integrationsproblemen. Es gibt nach wie vor sprachliche und immer noch strukturelle und kulturelle Schwellen vor der Integration. Wenige voll integrierte Migranten stehen vielen mäßig integrierten gegenüber. Wir wissen nicht über welche Größenordnungen wir sprechen. Genaue Zahlen gibt es nicht.
Mit nicht integrierten Migranten können die deutschen Anbieter von Unterstützung in keinen Dialog kommen. Eine Idee die das Problem lösen könnte: Voll Integrierte können als "Türöffner" und Vermittler für die mäßig Integrierten fungieren.
Foto: Jörg Bielefeld
Wer in diesem schönen Hinterhof am Hummelsteiner Weg steht, hat es schon fast geschafft: noch ein paar weitere Schritte und man befindet sich einerseits in der JB Ideenwerkstatt und andererseits in der Galerie KunstimSinn.
Der selbstständige Schreinermeister und die freischaffende Künstlerin präsentieren ihre Werke in einem gemeinsamen Ausstellungs-, Veranstaltungs- und Seminarraum. Angewandte und freie Kunst schaffen eine anregende und gleichzeitig entspannte Atmosphäre - eine inspirierende Arbeitsumgebung für die Künstlerin und den Handwerker. Es ist ein ruhiger und harmonischer Ort, weit weg von der Hektik des Alltags - und doch mitten in der Südstadt, nur wenige Minuten vom Hauptbahnhof entfernt.
Stehend von rechts: Nürnbergs OB Dr. Ulrich Maly, Baureferent Wolfgang Baumann, Kulturreferentin Prof. Julia Lehner, Wirtschaftsreferent Dr. Roland Fleck. Kniend: Dr. Wolfgang Eckart vom Bildungszentrum.
Foto: Heinz Wraneschitz bildtext.de
Richtfest am Südpunkt, dem größten Nürnberger Ziel-2-Projekt: Im Januar 2008 feierten Stadt und Fördergeber von Land, Bund und Europäischer Union gemeinsam den Rohbau. In dem teilweise denkmalgeschützten Gebäude an der Pillenreuther Straße im energiesparenden Passivhaus-Standard wollen noch in diesem Jahr Bildungszentrum BZ, Amt für Kultur und Freizeit sowie Stadtbibliothek ihr gemeinsames "Lernwerk" starten.
Der Südpunkt (geschrieben: Süd.) in Nürnberg nimmt Gestalt an: Ein denkmalgeschützter Altbau, um 1900 errichtet, wird zusammen mit einem Neubauteil ein wahres Zentrum für Bildung in der Südstadt beheimaten. Das komplette Projekt entsteht für 17,1 Millionen Euro als "erstes öffentliches Passivhaus"
, wie Maurerpolier Josef Fries beim Richtfest erläuterte. Laut dem städtischen Baureferenten Wolfgang Baumann betragen die Mehrkosten für die Niedrigst-Energie-Ausführung des Gebäudes eine halbe Million Euro.
Power Plastic - flexible Solarzellen aus der Nürnberger Südstadt
Foto: Heinz Wraneschitz
Nicht fürs Dach, sondern für Rucksack oder Schutzjacke eignen sich in Nürnbergs Südstadt entwickelte Solarzellen, die ab 2008 in Fürth produziert werden sollen.
"Lernen Sie die Zukunft der Energieversorgung kennen!" wirbt das Nürnberger energietechnologische Zentrum etz in der Landgrabenstraße. In dieser deutschlandweit einzigartigen Einrichtung werden innovative Energiesysteme oder passende Software entwickelt, von Fraunhofer-Forschergruppen, oder von Firmen wie ABB Gebäudetechnik oder Konarka.
Vom etz sollen "Impulse für die Energiewirtschaft ausgehen"
, hofft Nürnbergs Wirtschaftsreferent Roland Fleck. Vom Produkt mit dem geschützten Markennamen "Power Plastic", an dem die Europazentrale der amerikanischen Konarka-Gruppe seit Jahren forscht, wird die Energiewirtschaft zwar wenig haben. Doch die flexiblen, organischen, gedruckten Dünnschichtsolarzellen sind ein Impuls für die Solarstromtechnologie.